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Smart Country Convention: Mehrheit will KI auf dem Amt

Nacer BOUSFIHA07. Oktober 20263 Min. Lesezeit
Smart Country ConventionKünstliche IntelligenzBitkomVerwaltungsdigitalisierungBerlin

<p>Künstliche Intelligenz ist auf dem besten Weg, auch in deutschen Amtsstuben zur Selbstverständlichkeit zu werden. Eine aktuelle, repräsentative Bitkom-Umfrage zeigt: Die Skepsis gegenüber KI in der Verwaltung schwindet rapide – und die Zustimmung wächst von Jahr zu Jahr. Vorgestellt wurden die Zahlen zum Auftakt der Smart Country Convention (SCCON) in Berlin, Deutschlands führender Veranstaltung für die Digitalisierung des öffentlichen Sektors.</p>

<h2>70 Prozent wünschen sich KI-Unterstützung bei Anträgen</h2> <p>Laut der im Auftrag von Bitkom durchgeführten Befragung von 1.004 Personen ab 18 Jahren wünschen sich mittlerweile 70 Prozent der Befragten, dass bei der Bearbeitung ihres Antrags Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 63 Prozent – ein deutlicher Sprung innerhalb von nur zwölf Monaten, der den wachsenden Vertrauensvorschuss für KI-gestützte Verwaltungsprozesse unterstreicht.</p> <p>Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei der Frage, wie weit die Entscheidungsbefugnis der KI gehen darf. Immerhin 12 Prozent der Befragten würden Prüfung und Entscheidung vollständig einer KI überlassen – fast doppelt so viele wie im Vorjahr, als dieser Wert noch bei 7 Prozent lag. Ein weiteres knappes Viertel, nämlich 23 Prozent, bevorzugt ein hybrides Modell: Die KI prüft den Antrag, die finale Entscheidung trifft jedoch weiterhin ein Mensch. Auch dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahreswert von 17 Prozent gestiegen.</p>

<h3>Mensch-Kontrolle bleibt gefragt, Ablehnung sinkt</h3> <p>Dass der Faktor Mensch dennoch nicht verschwindet, zeigt eine weitere Zahl: 35 Prozent der Befragten wollen, dass ein Mensch prüft und entscheidet, eine KI die Entscheidung aber zusätzlich kontrolliert. Im Vorjahr waren es mit 39 Prozent noch etwas mehr – ein Hinweis darauf, dass sich die Präferenzen zugunsten stärkerer KI-Einbindung verschieben. Nur noch 26 Prozent der Befragten lehnen den Einsatz von KI bei ihrem Antrag vollständig ab. Vor einem Jahr war es mit 31 Prozent noch fast ein Drittel.</p> <p>Die Zahlen zeichnen damit ein klares Bild: Die Bevölkerung in Deutschland ist bereit, Verwaltungsprozesse zunehmend in die Hände – oder zumindest unter die Beobachtung – von Algorithmen zu legen. Gleichzeitig bleibt der Wunsch nach menschlicher Kontrolle als Sicherheitsnetz bestehen, auch wenn dessen Bedeutung tendenziell abnimmt.</p>

<h2>Bitkom: KI als Schlüsseltechnologie für die Verwaltung</h2> <p>„KI ist die digitale Schlüsseltechnologie unserer Zeit, und Verwaltungen können massiv davon profitieren“, kommentiert Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Digitalverbands Bitkom, die Ergebnisse. „KI kann Anträge prüfen, Unterlagen auswerten und nicht nur Routinefälle bearbeiten. Die Menschen wollen, dass die Verwaltung die Technologie nutzt.“ Wie der Staat mit KI schneller und bürgerfreundlicher werden kann, sei deshalb eines der großen Themen der Smart Country Convention.</p> <p>Die Studienergebnisse wurden von Bitkom und der Messe Berlin gemeinsam mit Vertretern des diesjährigen Partnerlandes Portugal vorgestellt – ein Signal für die internationale Dimension der Digitalisierungsdebatte im öffentlichen Sektor.</p>

<h2>Smart Country Convention: Bühne für die digitale Verwaltung</h2> <p>Die Smart Country Convention findet vom 13. bis 15. Oktober 2026 auf dem Berliner Messegelände statt und gilt als Deutschlands führende Veranstaltung für die Digitalisierung von Städten, Regionen und öffentlicher Verwaltung. Erwartet werden mehr als 23.000 Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie über 850 Speaker auf insgesamt sieben Bühnen.</p> <p>Zu den prominenten Rednerinnen und Rednern zählen unter anderem Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, der portugiesische Minister für Staatsreform und öffentliche Verwaltung Gonçalo Matias, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Alois Rainer sowie Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die hochkarätige Besetzung unterstreicht, welchen Stellenwert das Thema KI in der Verwaltung mittlerweile auf politischer Ebene einnimmt.</p>

<h2>Fazit: Der Weg zur KI-Verwaltung ist vorgezeichnet</h2> <p>Die Bitkom-Umfrage zur Smart Country Convention macht deutlich, dass der gesellschaftliche Rückhalt für KI in Behörden kontinuierlich wächst – sowohl bei der grundsätzlichen Akzeptanz als auch bei der Bereitschaft, der Technologie mehr Entscheidungsverantwortung zu übertragen. Für Verwaltungen und Softwareanbieter ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Die technologische und rechtliche Infrastruktur für KI-gestützte Antragsbearbeitung muss Schritt halten mit den gestiegenen Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger. Die Smart Country Convention in Berlin dürfte in diesem Jahr daher erneut ein zentraler Impulsgeber dafür sein, wie der digitale Staat der kommenden Jahre konkret aussehen kann.</p>