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Neudeutsch Art: Julian Daynov erobert Enter Art Fair Kopenhagen

Nacer BOUSFIHA31. August 20263 Min. Lesezeit
Enter Art FairKopenhagenNeudeutsch ArtKunstmesseJulian Daynov

<p>Deutsche Kunst gilt vielen international noch immer als grau, nüchtern und funktional. Mit „Neudeutsch Art“ stellt Kurator Julian Daynov dieses Klischee nun auch auf der internationalen Kunstbühne infrage. Auf der Enter Art Fair in Kopenhagen, die vom 27. bis 30. August stattfindet, präsentiert er eine neue Generation deutschsprachiger Künstlerinnen und Künstler – und erweitert damit sein bislang vor allem in der Modewelt bekanntes Format um ein neues Feld.</p>

<h2>Vom Modekonzept zur Kunstplattform</h2> <p>Julian Daynov ist Gründer und Kurator von Neudeutsch, einem Talentförderprogramm, das aufstrebenden deutschsprachigen Kreativen internationale Sichtbarkeit verschafft. Seinen Anfang nahm das Projekt auf der Pitti Uomo in Florenz, einer der weltweit wichtigsten Messen für Herrenmode, wo Daynov deutsche Modemacher kuratorisch begleitete. Was dort als Reiseformat für Mode und Interior startete, hat sich inzwischen zu einer eigenständigen Marke entwickelt – und findet nun erstmals seinen Weg in die bildende Kunst.</p> <p>Mit „Neudeutsch Art“ überträgt Daynov das Grundprinzip seines Formats: junge, aufstrebende Talente aus Deutschland zusammenzubringen und ihnen auf internationalen Bühnen einen Auftritt zu ermöglichen, den sie im heimischen Kunstmarkt oft noch nicht erhalten. Die Enter Art Fair in Kopenhagen, eine der bedeutenden nordischen Messen für zeitgenössische Kunst, bietet dafür den passenden Rahmen.</p>

<h2>20 Positionen aus Deutschland in Kopenhagen</h2> <p>Für die Premiere von „Neudeutsch Art“ hat Daynov <strong>20 Künstlerinnen und Künstler</strong> ausgewählt, die er mit nach Kopenhagen bringt. Ein Teil der Beteiligten stammt aus Berlin – jener Stadt, die international längst als Synonym für eine experimentierfreudige, vielfältige Kunstszene gilt. Die Auswahl zeigt exemplarisch, wie breit gefächert zeitgenössische deutsche Kunst tatsächlich ist: von konzeptuellen Ansätzen bis zu malerischen Positionen, die sich bewusst von der oft zitierten „grauen“ deutschen Ästhetik lösen.</p> <p>Für die Enter Art Fair bedeutet die Kooperation mit Daynov zugleich eine Erweiterung des eigenen kuratorischen Netzwerks. Kunstmessen wie diese leben davon, neue Positionen und Länderperspektiven einzubinden – mit „Neudeutsch Art“ erhält die deutsche Kunstszene in Kopenhagen ein gebündeltes, kuratiertes Schaufenster, das über einzelne Galerievertretungen hinausgeht.</p>

<h3>Ein Format zwischen Mode, Interior und Kunst</h3> <p>Bemerkenswert an Daynovs Ansatz ist die Durchlässigkeit zwischen den Disziplinen. Neudeutsch begann als kuratorisches Reiseformat in der Modewelt, weitete sich auf Interior-Design aus und findet nun mit „Neudeutsch Art“ seinen Weg in die bildende Kunst. Diese Entwicklung spiegelt einen größeren Trend in der Kreativwirtschaft wider: Kuratoren und Formate arbeiten zunehmend disziplinübergreifend, statt sich auf einen einzelnen Bereich zu beschränken. Wer als Kurator einmal Vertrauen und Reichweite in einer Branche aufgebaut hat, kann dieses Netzwerk nutzen, um verwandte Szenen – etwa junge Kunst – auf ähnliche Weise international zu positionieren.</p> <p>Für die beteiligten Künstlerinnen und Künstler bedeutet die Teilnahme an „Neudeutsch Art“ vor allem eines: Sichtbarkeit außerhalb des oft überlaufenen heimischen Kunstmarkts. Internationale Messen wie die Enter Art Fair bieten die Chance, neue Sammlerkreise und Galeriekontakte zu erschließen, die auf nationalen Plattformen möglicherweise schwerer zugänglich wären.</p>

<h2>Fazit: Ein Testlauf mit Ausbaupotenzial</h2> <p>Mit „Neudeutsch Art“ setzt Julian Daynov sein bewährtes Kurationsprinzip erstmals im Kunstbereich um – und liefert damit ein Beispiel dafür, wie kuratorische Formate heute branchenübergreifend funktionieren können. Die Premiere in Kopenhagen zeigt, dass zeitgenössische deutsche Kunst international durchaus konkurrenzfähig und vielseitig auftreten kann, wenn ihr der passende Rahmen geboten wird. Ob „Neudeutsch Art“ zu einem festen Bestandteil internationaler Kunstmessen wird, dürfte sich in den kommenden Ausgaben der Enter Art Fair sowie an möglichen weiteren Stationen des Formats zeigen. Für die deutsche Kunstszene ist die Kopenhagener Präsenz jedenfalls ein sichtbares Zeichen: Neue Positionen suchen aktiv den internationalen Dialog – und finden mit kuratorischen Formaten wie Neudeutsch dafür passende Bühnen.</p>