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JAGD & HUND 2026: Europas größte Jagdmesse im Fokus

Nacer BOUSFIHA16. August 20263 Min. Lesezeit
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<p>Vom 27. Januar bis 1. Februar 2026 verwandelt sich das Messegelände Dortmund erneut in den Treffpunkt der internationalen Jagd- und Outdoor-Branche. Die JAGD & HUND gilt als größte Jagdmesse Europas – und sorgt in diesem Jahr nicht nur mit neuer Ausrüstung, sondern auch mit einer kontroversen Debatte über Trophäenjagd-Angebote für Schlagzeilen.</p>

<h2>Ein Branchentreffpunkt mit beeindruckenden Dimensionen</h2> <p>Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 700 Aussteller aus 36 Ländern präsentieren auf rund 27.000 Quadratmetern ihre Neuheiten – von Ferngläsern über Jagdmesser bis hin zu geländegängigen Fahrzeugen. Die Veranstalter rechnen mit etwa 79.000 Besucherinnen und Besuchern, die sich in Dortmund über die neuesten Trends und Produkte der Jagdwelt informieren wollen. Waffenhersteller zeigen ihre aktuellen Modelle, Hochsitzbauer präsentieren neue Konstruktionen, und Fachvorträge vermitteln praxisnahes Wissen für Jägerinnen und Jäger.</p> <p>Zu den festen Programmpunkten zählt auch in diesem Jahr die Deutsche Meisterschaft der Hirschrufer, bei der Teilnehmende um die beste Nachahmung des Hirschrufs wetteifern – ein Publikumsmagnet, der die Verbindung von Fachmesse und Jagdkultur eindrucksvoll unterstreicht. Ergänzt wird das Angebot durch Sonderbereiche wie die Knife Zone oder den Bereich Fish & Angel, die das Themenspektrum der Messe über die klassische Jagd hinaus erweitern.</p>

<h3>Neu: B2B Lounge für den Fachhandel</h3> <p>Erstmals bietet die JAGD & HUND mit der B2B Lounge ein exklusives Forum speziell für Fachbesucher, Händler und Hersteller. Damit reagieren die Veranstalter auf den wachsenden Bedarf an gezieltem Networking innerhalb der Branche – ein Angebot, das die Messe stärker als reine Business-Plattform positionieren soll, ohne den Publikumscharakter der Veranstaltung zu verlieren.</p>

<h2>Jagd boomt in Deutschland</h2> <p>Der Andrang in Dortmund spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Laut Deutschem Jagdverband besitzen inzwischen knapp 468.000 Menschen in Deutschland einen Jagdschein – ein neuer Rekordwert. Die meisten Jagdscheininhaber leben in Nordrhein-Westfalen mit knapp 100.000 Personen, was rund sechs Jägerinnen und Jägern pro 1.000 Einwohner entspricht und damit exakt dem Bundesdurchschnitt entspricht. Diese Entwicklung erklärt auch, warum ausgerechnet Dortmund als Austragungsort für Europas größte Jagdmesse gewählt wurde.</p>

<h2>Kontroverse um Trophäenjagd-Angebote</h2> <p>Neben Ausrüstung und Fachwissen sorgt auf der JAGD & HUND traditionell auch das Thema Trophäenjagd für Diskussionen. Nach Angaben der Artenschutzorganisation Pro Wildlife bieten mehr als 90 Aussteller auf der Messe Trophäenjagd-Reisen auf Elefanten, Nashörner, Löwen, Eisbären und zahlreiche weitere Arten an. Die Organisation verweist auf zwei neue Rechtsgutachten, die belegen sollen, dass ein Ausschluss tier- und artenschutzwidriger Angebote auf der Messe rechtlich möglich wäre. Pro Wildlife fordert daher ein Vermarktungsverbot für entsprechende Angebote auf der Veranstaltung.</p> <p>Vertreter der Länder Botswana, Namibia und Simbabwe, die auf der Messe ebenfalls präsent sind, argumentieren dagegen: Sie bewerben die Jagdreisen als regulierten und nachhaltigen Bestandteil des lokalen Wildtiermanagements sowie als wichtigen wirtschaftlichen Beitrag für die einheimische Bevölkerung. Diese gegensätzlichen Positionen verdeutlichen, wie sehr die Jagdbranche zwischen Traditionspflege, Naturschutz und wirtschaftlichen Interessen changiert – ein Spannungsfeld, das auf der JAGD & HUND Jahr für Jahr sichtbar wird.</p>

<h3>Kreatives Rahmenprogramm</h3> <p>Abseits der Fachdebatten setzt die Messe auch auf kreative Formate: Der Fotowettbewerb „European Hunting Photo of the Year 2025“ sucht emotionale und authentische Jagdmotive, die prämierten Bilder werden auf der Messe ausgestellt. Mit dem satirischen Wettbewerb „Highway to Fail“ lenkt die JAGD & HUND zudem augenzwinkernd, aber mit ernstem Hintergrund, den Blick auf schlecht geplante oder sinnlose Wildtierquerungshilfen – ein Beitrag zur Diskussion um besseren Wildtierschutz im Straßenverkehr.</p>

<h2>Fazit und Ausblick</h2> <p>Die JAGD & HUND 2026 bestätigt einmal mehr ihren Status als zentrale Plattform der europäischen Jagdbranche: Mit über 700 Ausstellern aus 36 Ländern, rund 79.000 erwarteten Besucherinnen und Besuchern und einem breiten Themenspektrum von Ausrüstung bis Wildbret-Küche bleibt Dortmund der wichtigste Branchentreffpunkt. Gleichzeitig zeigt die anhaltende Debatte um Trophäenjagd-Angebote, dass die Messe auch künftig ein Ort bleiben wird, an dem sich wirtschaftliche Interessen, Traditionsbewusstsein und Artenschutzfragen unmittelbar begegnen. Wie die Veranstalter mit den Forderungen nach einem Vermarktungsverbot umgehen, dürfte auch die kommenden Ausgaben der JAGD & HUND maßgeblich prägen.</p>