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ISM wird zur Dachmarke: Kölns Süßwarenmesse 2026 im Fokus

Nacer BOUSFIHA25. August 20263 Min. Lesezeit
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<p>Vom 1. bis 4. Februar 2026 verwandelte sich Köln erneut in die Welthauptstadt der Süßwaren und Snacks. Doch die ISM ist längst mehr als eine reine Fachmesse – sie positioniert sich zunehmend als Dachmarke, unter der sich ProSweets Cologne, ISM Ingredients und internationale Ableger wie ISM Japan bündeln. Diese strategische Neuausrichtung zeigt, wie ernst Kölnmesse den Wandel der Branche nimmt.</p><h2>Von der Einzelmesse zur starken Dachmarke</h2><p>Die diesjährige Ausgabe machte deutlich, dass die ISM ihre Rolle als zentrale Businessplattform der Süßwaren- und Snackindustrie konsequent ausbaut. Führende internationale Handelsketten besuchten die Messe, Aussteller und Fachbesucher aus <strong>71 Ländern</strong> waren 2026 bereits bestätigt. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des noch jungen Bereichs ISM Ingredients: Mit <strong>87 Ausstellern</strong> verzeichnete das Segment nach Angaben der Veranstalter nahezu eine Verdreifachung gegenüber der früheren Ausstellerzahl. Damit unterstreicht die ISM, dass sie nicht mehr nur Endprodukte, sondern die gesamte Wertschöpfungskette der Branche abbildet – von Rohstoffen und Zutaten bis zum fertigen Snack im Regal.</p><h2>Neue Formate und mehr "Eventisierung"</h2><p>Auf Messeebene setzte die ISM 2026 auf eine Mischung aus bewährten und neuen Formaten. Lab5, die New Product Showcase sowie Talks & Tastings ergänzten das klassische Ausstellungskonzept und schufen zusätzliche Bühnen für Innovationen und fachlichen Austausch. Auch Branchenawards rundeten das Programm ab und honorierten herausragende Produktentwicklungen.</p><h3>Gismo bleibt Markenbotschafter</h3><p>Ein vertrautes Gesicht durfte auch 2026 nicht fehlen: Maskottchen Gismo zog wieder durch die Hallen und sorgte, wie schon in den Vorjahren, für lange Schlangen am beliebten Greifautomaten "Get Your Gismo" auf dem Boulevard. Als starker Markenbotschafter trägt die Figur maßgeblich zur Reichweite der Messe in den sozialen Medien bei – ein Beispiel dafür, wie Kölnmesse Fachmessen zunehmend mit Erlebniselementen verbindet.</p><p>Diese Strategie, die Organisatoren selbst als "Eventisierung" bezeichnen, zeigte sich auch im Rahmenprogramm: Statt des traditionellen ISM Dinners für geladene Gäste fand am Messesonntag im Confex-Gebäude erstmals die ISM Opening Night statt – mit Live-Band, chilligeren Loungebereichen und einem deutlich zwangloseren, familiäreren Charakter. Am ISM-Dienstag sorgte zudem ein DJ beim "Get Together" in Halle 10.1 für Stimmung, während Bier und Drinks für das leibliche Wohl der Fachbesucher sorgten.</p><h2>Branchenherausforderungen: Kakaopreise und Functional Sweets</h2><p>Hinter der Eventisierung verbirgt sich eine Branche, die aktuell mit erheblichem Gegenwind kämpft. Hohe Kakaopreise, gestiegene Stromkosten, zunehmende Bürokratie, ein gestörter Welthandel und sparsame Verbraucher prägen das Marktumfeld. Gleichzeitig verändern sich die Ansprüche der Konsumenten grundlegend: Süßwaren sollen heute einen Beitrag zu einem gesunden Lebensstil leisten. Proteinreich, zuckerarm oder idealerweise zuckerfrei – und das bei vollem Geschmack – lauten die Stichworte, ergänzt um Nährstoffe und Vitamine. Diese Entwicklung hin zu sogenannten Functional Sweets stellte auf der ISM 2026 einen der zentralen Themenschwerpunkte dar und erforderte von Ausstellern kreative, wirtschaftlich tragfähige Lösungen.</p><h2>Internationale Strahlkraft und Nischenprodukte</h2><p>Die internationale Ausrichtung der ISM zeigte sich auch in der Vielfalt der präsentierten Produkte. Neben Klassikern wie Pralinen, Schokolade und Waffeln – die insbesondere im Flandern-Areal stark vertreten waren – präsentierten Aussteller auch ungewöhnliche Snack-Innovationen für Nischenzielgruppen. Die Bandbreite reichte von regionalen Spezialitäten bis hin zu internationalen Crossover-Produkten, was die Rolle der ISM als globaler Trendbarometer weiter festigte. Dass die Messe längst über Europa hinaus Bedeutung hat, unterstreicht auch die Existenz eines eigenständigen ISM-Ablegers in Japan.</p><h2>Fazit und Ausblick</h2><p>Die ISM 2026 hat eindrucksvoll bestätigt, dass sich die Kölner Traditionsmesse erfolgreich zur Dachmarke für die gesamte Süßwaren- und Snackindustrie entwickelt. Mit dem Wachstum von ISM Ingredients, neuen Eventformaten und einer klaren Antwort auf gesellschaftliche Trends wie Functional Sweets positioniert sich die Veranstaltung als unverzichtbare Plattform für Handel und Industrie. Dass bereits für die Folgeausgabe 2027 nach ersten Angaben <strong>5 Prozent mehr Anmeldungen</strong> vorliegen, spricht für das ungebrochene Vertrauen der Branche in das Konzept. Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen dürfte die ISM auch künftig als wichtiger Impulsgeber fungieren – sowohl für Innovationen im Produktbereich als auch für die Weiterentwicklung des Messeformats selbst.</p>