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Invest in Germany Summit 2026: Berlin lockt Kapital

Nacer BOUSFIHA19. Oktober 20263 Min. Lesezeit
Invest in Germany SummitBerlinWirtschaftsgipfelInvestorenStandortpolitik

<p>Während Frankreich mit seinem jährlichen Investorengipfel seit Jahren internationale Kapitalgeber nach Versailles lockt, zieht Deutschland nun nach: Am 19. und 20. Oktober 2026 findet in Berlin der <strong>Invest in Germany Summit</strong> statt. Die Bundesregierung will damit ein deutliches Signal an globale Investoren senden – und tritt erstmals mit einem vergleichbaren Format gegen das französische Vorbild an.</p><h2>Ein neues Format für den Wirtschaftsstandort Deutschland</h2><p>Der Gipfel versteht sich als zentrale Plattform, um internationales Kapital für den Standort Deutschland zu gewinnen. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Investitionsbedingungen in Zeiten des wirtschaftlichen Umbruchs verbessern lassen. Bundeskanzler Friedrich Merz formuliert den Anspruch des Formats klar: „Meine Kabinettsmitglieder und ich heißen Sie in Deutschland willkommen, um Geschäftsmöglichkeiten für Ihr Unternehmen zu besprechen und darüber, wie wir unser Land reformieren, um Ihre Investitionen zu erleichtern.“</p><p>Die für Wirtschaft und Energie zuständige Bundesministerin Katherina Reiche ergänzt den wirtschaftspolitischen Rahmen: „Die Bundesregierung entfesselt Deutschlands wirtschaftliches Potenzial in Zeiten des Wandels. Vernetzen Sie sich mit uns und profitieren Sie von zukunftsorientierten Branchen und dem Zugang zum größten Binnenmarkt der Welt, der Europäischen Union.“ Für die Standortkommunikation hat die Bundesregierung zudem einen eigenen Standort-Botschafter engagiert, den früheren Commerzbank-Chef Martin Blessing – ein Schritt, der zeigt, wie ernst die Bundesregierung die internationale Investorenansprache nimmt.</p><h2>Programm: Von der Eröffnung bis zu bilateralen Gesprächen</h2><p>Das zweitägige Programm folgt einer klaren Dramaturgie. Der erste Tag beginnt um 8.00 Uhr mit Einlass und Akkreditierung, gefolgt von der Eröffnungssitzung „Re-engineering Germany“ zwischen 9.30 und 10.45 Uhr. Dort hält Bundeskanzler Merz die Eröffnungsrede, bevor unter dem Titel „Why Germany?“ Vertreter der Wirtschaft ihre Perspektive einbringen. Dieser Programmpunkt ist presseöffentlich.</p><h3>Fachsessions mit der Bundesregierung</h3><p>Zwischen 11.00 und 14.00 Uhr folgt der Themenblock „Meet the Government: Exploring Opportunities“. Hier treffen Investoren auf Regierungsvertreter in sektorspezifischen Runden – etwa zum Thema Industrielle KI & Halbleiter, bei der Ministerin Reiche gemeinsam mit dem Siemens-Vorstandsvorsitzenden Roland Busch auftritt. Parallel widmet sich eine weitere Session dem Bereich Finanzen & Investitionen. Diese Formate sind ausschließlich registrierten Gästen vorbehalten, die im Vorfeld die Möglichkeit erhalten, bilaterale Treffen zu vereinbaren.</p><h2>Abschlusssession und Networking</h2><p>Der zweite Veranstaltungstag endet mit der Abschlusssitzung „Growing together“ von 14.15 bis 15.15 Uhr, in der ein Spotlight-Panel aus Regierungs- und Wirtschaftsvertretern zu Wort kommt, bevor Bundeskanzler Merz die Veranstaltung mit einem Rückblick abschließt. Im Anschluss, von 15.15 bis 17.30 Uhr, steht Networking im Mittelpunkt: In weiteren bilateralen Treffen sollen gemeinsame Interessen vertieft, neue Partnerschaften geschmiedet und bestehende Netzwerke gestärkt werden. Um 17.30 Uhr endet der Gipfel offiziell.</p><h3>Vergleich zum französischen Vorbild</h3><p>Die Parallelen zum französischen Choose-France-Format, das Präsident Emmanuel Macron seit Jahren erfolgreich zur Investorenwerbung nutzt, sind unübersehbar. Deutschland positioniert sich mit dem neuen Gipfel klar als Alternative im europäischen Wettbewerb um internationales Kapital – wenngleich Kritiker anmerken, dass ein bloßes Kopieren des französischen Modells allein nicht ausreichen dürfte, um Investoren langfristig zu überzeugen. Entscheidend wird sein, ob aus Ankündigungen konkrete Projekte werden.</p><h2>Fazit: Startschuss für eine neue Standortoffensive</h2><p>Mit dem Invest in Germany Summit schafft die Bundesregierung erstmals ein hochrangiges Format, das gezielt internationale Investoren adressiert und dabei bewusst auf direkten Austausch zwischen Politik und Wirtschaft setzt. Ob der Gipfel tatsächlich zu einer Trendwende bei Auslandsinvestitionen führt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Klar ist jedoch: Mit Terminen am 19. und 20. Oktober 2026 in Berlin hat Deutschland ein Format etabliert, das im europäischen Vergleich künftig fester Bestandteil des wirtschaftspolitischen Kalenders werden könnte – und das die deutsche Messe- und Kongresslandschaft um ein weiteres hochkarätiges Format bereichert.</p>