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InnoTrans 2026: Ericsson zeigt Weg zum 5G-Bahnnetz

Nacer BOUSFIHA18. September 20263 Min. Lesezeit
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<p>Vom 22. bis 25. September 2026 öffnet die Messe Berlin ihre Tore für die InnoTrans, die weltweit führende Fachmesse für Bahntechnik. Im Mittelpunkt des Ericsson-Auftritts steht ein Thema, das die europäische Bahnbranche seit Jahren beschäftigt: der Übergang vom bewährten, aber technologisch veralteten GSM-R-Standard zum 5G-basierten Future Railway Mobile Communication System (FRMCS). Ericsson will auf der Messe zeigen, wie dieser Wandel nicht nur theoretisch möglich, sondern praktisch umsetzbar ist.</p>

<h2>Ein Standard löst den nächsten ab</h2> <p>FRMCS gilt als Nachfolger von GSM-R, dem aktuell vor allem in Europa genutzten Standard für Zugfunk. Koordiniert wird die Entwicklung von der Internationalen Eisenbahnunion (UIC), gemeinsam mit großen Bahninfrastrukturunternehmen und Anbietern von Telekommunikationslösungen. Anders als sein Vorgänger basiert FRMCS auf dem 5G-3GPP-Standard und schafft damit keine eigenständige, bahnspezifische Funktechnologie – ein entscheidender Vorteil für Interoperabilität und Skalierbarkeit.</p> <p>Für Bahnbetreiber bedeutet das: Statt eines isolierten Funknetzes für den Zugverkehr entsteht die Möglichkeit, ein einziges, standardbasiertes 5G-Netz sowohl für sicherheitskritische Zugsteuerung als auch für operative Kommunikation, Trackside-Anwendungen und die Breitbandversorgung der Fahrgäste zu nutzen – mit vorhersagbarer Leistung, Resilienz und Sicherheit.</p>

<h2>Der praktische Weg vom Test zum Rollout</h2> <p>Am Ericsson-Stand werden die einzelnen Bausteine eines End-to-End-Rollouts sichtbar gemacht: von der Funknetz- und Antennenplanung über die Abdeckungsprüfung und Optimierung bis hin zu Geräte-, Interoperabilitäts- und Feldtests entlang realer Bahnstrecken. Damit will das Unternehmen demonstrieren, dass der Weg von der Validierung zur tatsächlichen Inbetriebnahme kein theoretisches Konstrukt bleibt, sondern konkret nachvollziehbar ist.</p> <p>Torsten Hunte, Head of Mission-Critical Networks Rail bei Ericsson, bringt die Herausforderung der Branche auf den Punkt: „Bahnbetreiber kennen das Ziel – FRMCS – benötigen aber einen klaren Weg, um dorthin zu gelangen. Auf der InnoTrans zeigen wir, wie europäische Interoperabilitätstests und Erfahrungen aus realen Bereitstellungen Bahnbetreibern helfen können, mit einem sicheren 5G-Netz für unternehmenskritische Abläufe und Fahrgastdienste voranzukommen. Über Europa hinaus entstehen zudem Chancen in Märkten wie Indien und Australien.“</p>

<h2>Mehr als nur Zugfunk: Die Vorteile von 5G im Bahnbetrieb</h2> <p>Der Umstieg auf ein 5G-basiertes Netz eröffnet der Bahnbranche deutlich mehr als nur einen technischen Austausch der Funktechnik. Ein durchgängig digitalisierter Bahnbetrieb ermöglicht unter anderem:</p> <ul> <li><strong>Automatisierten Zugbetrieb (ATO):</strong> 5G unterstützt zunehmend automatisierte Steuerungsprozesse und erhöht damit die Kapazität auf bestehenden Schienennetzen.</li> <li><strong>Internet-of-Things-Anwendungen:</strong> Smarte, vorausschauende Wartung von Fahrzeugen und Infrastruktur wird durch durchgängige Konnektivität erst wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar.</li> <li><strong>Video-basierte Überwachung:</strong> Streckenüberwachung und Hinderniserkennung entlang der Gleise profitieren von leistungsfähiger, latenzarmer Datenübertragung.</li> <li><strong>Bessere Fahrgastinformation:</strong> Präzisere Echtzeitdaten und individuell zugeschnittene Onboard-Services verbessern die Servicequalität für Reisende und Pendler.</li> </ul> <p>In der Summe können durch diese Effekte mehr Züge auf denselben Strecken verkehren als heute – ein Argument, das angesichts wachsender Fahrgastzahlen und begrenzter Streckenkapazitäten in vielen europäischen Ländern erhebliches Gewicht hat.</p>

<h2>Ausblick: Interoperabilität als Schlüssel zum Erfolg</h2> <p>Die Umstellung von GSM-R auf FRMCS ist ein europaweites Vorhaben, das enge Abstimmung zwischen Bahnbetreibern, Infrastrukturunternehmen und Telekommunikationsanbietern erfordert. Genau hier setzt Ericsson mit seinem Auftritt auf der InnoTrans 2026 an: Interoperabilitätstests und praktische Rollout-Erfahrungen sollen Bahnbetreibern Sicherheit auf dem Weg zur Migration geben. Dass sich laut Ericsson auch außerhalb Europas, etwa in Indien und Australien, Marktchancen für FRMCS-basierte Lösungen ergeben, unterstreicht die potenzielle Reichweite dieses Technologiewandels über den europäischen Kontinent hinaus.</p> <p>Für die Bahnbranche dürfte die InnoTrans 2026 damit ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem langen Weg zu einem einheitlichen, zukunftsfähigen Kommunikationsstandard sein – ein Weg, der nicht nur technologische, sondern auch organisatorische und regulatorische Herausforderungen mit sich bringt, aber gleichzeitig die Grundlage für einen sichereren, effizienteren und digitaleren Schienenverkehr in Europa und darüber hinaus legt.</p>