Hannover: Messen sichern 13.300 Jobs und Milliardenumsatz
<p>Der Messestandort Hannover ist weit mehr als eine Ansammlung von Ausstellungshallen – er ist ein handfester Wirtschaftsfaktor mit bundesweiter Strahlkraft. Eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmens Prognos AG im Auftrag der Deutschen Messe AG beziffert erstmals detailliert, welchen ökonomischen Fußabdruck die Messen auf dem Gelände in der niedersächsischen Landeshauptstadt hinterlassen. Die am 22. September 2026 vorgestellten Zahlen sind eindrucksvoll: 13.300 gesicherte Arbeitsplätze und ein gesamtwirtschaftlicher Umsatzeffekt von rund 1,4 Milliarden Euro pro Jahr.</p>
<h2>Milliardenumsatz mit regionalem Schwerpunkt</h2> <p>Laut der Prognos-Studie lösen Eigen- und Gastmessen auf dem Messegelände Hannover in einem turnusgewichteten durchschnittlichen Messejahr Umsätze von insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro in Deutschland aus. Der Löwenanteil dieser Wertschöpfung bleibt in der Region: Stadt und Region Hannover profitieren mit Umsatzeffekten von 688 Millionen Euro. Das restliche Niedersachsen kommt auf 245 Millionen Euro, während 454 Millionen Euro in andere Bundesländer fließen.</p> <p>Besonders profitieren laut Studie Messedienstleistungen und das Gastgewerbe von den wirtschaftlichen Impulsen. Das zeigt sich auch an den Übernachtungszahlen: Allein in Hannover übernachten pro Jahr knapp 460.000 Messebesucher, im Umland kommen weitere rund 210.000 Übernachtungen hinzu. Diese Zahlen unterstreichen, wie eng Messewirtschaft und lokale Hotellerie, Gastronomie sowie Einzelhandel miteinander verwoben sind.</p>
<h2>Arbeitsmarkt profitiert deutlich</h2> <p>Die Generierung dieser Umsatzeffekte erfordert einen erheblichen Personaleinsatz – mit entsprechend positiven Wirkungen für den Arbeitsmarkt. Konkret sichern die auf dem Messegelände Hannover stattfindenden Messen insgesamt rund 13.300 Arbeitsplätze, gerechnet als Vollzeitäquivalente, in ganz Deutschland. Mehr als die Hälfte davon – etwa 7.000 Arbeitsplätze – entfällt auf die Stadt Hannover selbst. Weitere wesentliche Beschäftigungsimpulse entstehen im übrigen Niedersachsen mit 2.800 Arbeitsplätzen sowie in anderen Bundesländern mit 3.500 Arbeitsplätzen.</p> <p>Diese Verteilung macht deutlich: Der Messestandort Hannover ist nicht nur ein lokaler, sondern ein überregionaler Jobmotor, der Wertschöpfungsketten weit über die Landesgrenzen hinaus in Gang setzt – von Logistikdienstleistern über Caterer bis hin zu spezialisierten Messebau-Unternehmen.</p>
<h3>Führungswechsel bei der Deutschen Messe AG</h3> <p>Die Veröffentlichung der Studie fällt in eine Phase organisatorischer Neuausrichtung bei der Deutschen Messe AG. Nach einem Besucherrückgang wurde der Vorstand neu aufgestellt: Holger Feist und Konstantin Kühl sollen das Unternehmen zukunftsfähiger positionieren, während Jochen Klöckler als Messechef im Amt bleibt. Die Studienergebnisse liefern dem neu formierten Vorstand damit ein starkes Argument, um die strategische Bedeutung des Standorts gegenüber Politik und Wirtschaft zu untermauern.</p>
<h2>Hannover Messe 2026 als Aushängeschild</h2> <p>Wie relevant der Standort auch inhaltlich bleibt, zeigt die Hannover Messe 2026, die vom 20. bis 24. April stattfand. Als weltweite Leitmesse für Industrietechnologie deckte sie zentrale Zukunftsthemen ab, darunter <strong>KI & Machine Learning</strong>, <strong>Automation</strong>, <strong>Nachhaltigkeit</strong>, <strong>Energieeffizienz</strong> sowie <strong>Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien</strong>. Große Konzerne wie Siemens, Bosch und Volkswagen präsentierten ebenso ihre Neuheiten wie zahlreiche Mittelständler und Start-ups – ein Beleg dafür, dass Hannover als Innovationsbühne für die Industrie von morgen fungiert.</p> <p>Auch der traditionsreiche Hermes Award, der jährlich für besonders innovative Produkte und Lösungen vergeben wird, unterstreicht diesen Anspruch. In diesem Jahr zählte unter anderem Schaeffler zu den Nominierten, das mit einer Erfindung zur Verbesserung von Gelenken humanoider Roboter antrat.</p>
<h2>Ein Messeplatz mit Zukunft</h2> <p>Neben der Hannover Messe tragen weitere Großveranstaltungen wie die IAA Transportation, die Infa, EuroBLECH oder EuroTier zur wirtschaftlichen Strahlkraft des Geländes bei und sorgen für eine ganzjährige Auslastung. Die Prognos-Studie liefert damit nicht nur eine Momentaufnahme, sondern untermauert die langfristige Bedeutung Hannovers als einer der wichtigsten Messestandorte Europas. Angesichts des laufenden Umbaus im Vorstand der Deutschen Messe AG dürften die vorgelegten Zahlen zugleich als Ansporn dienen, den eingeschlagenen Kurs der strategischen Neuausrichtung konsequent fortzusetzen – mit dem Ziel, die wirtschaftliche Relevanz des Standorts auch in den kommenden Jahren zu sichern und weiter auszubauen.</p>