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Gamescom Köln: AfD auf Computerspiel-Messe unerwünscht

Nacer BOUSFIHA28. August 20263 Min. Lesezeit
GamescomKölnGames-BrancheDemokratieMessepolitik

<p>Die Gamescom in Köln gilt als weltweit grösste Messe für Computer- und Videospiele. Doch inmitten von Innovationen und neuer Software sorgt in diesem Jahr eine politische Positionierung der Veranstalter für Aufsehen: Vertreter der AfD sind auf der Messe nicht willkommen.</p><h2>Klare Haltung des Branchenverbandes</h2><p>Der Geschäftsführer des Branchenverbandes Game, Felix Falk, machte in Köln unmissverständlich deutlich, wo die Messe steht. <strong>„Diejenigen, die demokratische Prinzipien und eine offene Gesellschaft bekämpfen, so wie die AfD es tut, die sind nicht unser Partner und die sind auf einer Gamescom nicht willkommen“</strong>, sagte Falk. Deutschland sei ein Land, in dem Vielfalt, Gleichberechtigung und demokratische Rechte hochgehalten und beschützt werden.</p><p>Weiter erklärte Falk: <strong>„Wir treten ein für die freiheitlich demokratische Grundordnung und den Rechtsstaat, wir treten ein für Vielfalt und das respektvolle Miteinander unterschiedlicher Perspektiven und wir treten ein für eine offene Gesellschaft.“</strong> Diese Aussage unterstreicht die Selbstverpflichtung des Verbandes, der schon vor längerer Zeit beschlossen hat, kein Gespräch mit der AfD zu suchen und keine AfD-Politiker zu Veranstaltungen einzuladen.</p><h2>Games als demokratisches Statement</h2><p>Im Verband Game hat sich Deutschlands Branche für Computer- und Videospiele organisiert. Der Verband steht auch im engen Austausch mit der Politik, um die Interessen der Branche in Gesetzgebung und öffentlicher Debatte angemessen zu vertreten. In diesem Jahr rückt die Gamescom bewusst einen inhaltlichen Schwerpunkt in den Vordergrund: Was kann der E-Sport-Markt für die Demokratie leisten?</p><p>Felix Falk betonte dazu: „Games sind kein Zuschauersport und Demokratie ist es auch nicht.“ Der Unterschied zu klassischen Medien wie Film, Buch oder Theater liege darin, dass Nutzerinnen und Nutzer in Videospielen selbst Entscheidungen treffen – ein Prinzip, das sich laut Verband mit demokratischen Werten wie Mitbestimmung und Eigenverantwortung deckt.</p><h3>Politische Reaktionen zur Eröffnung</h3><p>Auch von politischer Seite gab es Rückendeckung für die Haltung der Messe. Bundespräsident Steinmeier bezeichnete Videospiele als „relevant für die Demokratie“ und forderte gleichzeitig klarere Regeln gegen demokratiefeindliche Inhalte in der digitalen Welt. Diese Aussage fügt sich in die Linie der Veranstalter ein, die Gamescom nicht nur als Wirtschaftsplattform, sondern auch als Ort gesellschaftlicher Verantwortung zu verstehen.</p><ul><li><strong>Positionierung:</strong> Der Verband Game schliesst eine Zusammenarbeit mit der AfD explizit aus.</li><li><strong>Fokusthema 2025:</strong> Der Beitrag des E-Sport-Marktes zur Demokratie.</li><li><strong>Politischer Rückenwind:</strong> Bundespräsident Steinmeier unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz von Games.</li></ul><h2>Bedeutung für die Messewirtschaft</h2><p>Die klare Positionierung der Gamescom-Organisatoren zeigt, wie Messen zunehmend nicht nur als Wirtschaftsplattformen, sondern auch als Bühne für gesellschaftspolitische Statements fungieren. Für die Messewirtschaft insgesamt ist dies ein bemerkenswertes Signal: Aussteller und Veranstalter positionieren sich immer deutlicher zu Fragen von Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusammenhalt – Themen, die längst über die reine Produktpräsentation hinausgehen.</p><p>Für die Gaming-Branche selbst ist die Abgrenzung von der AfD zudem ein Baustein der eigenen Identität: Eine Branche, die von globaler Vernetzung, kultureller Vielfalt und internationalem Austausch lebt, sieht sich in klarem Widerspruch zu nationalistischen und demokratiefeindlichen Positionen.</p><h2>Fazit und Ausblick</h2><p>Die Gamescom in Köln bleibt damit nicht nur die weltweit grösste Messe für Computer- und Videospiele, sondern positioniert sich auch als klare Stimme für demokratische Werte in der digitalen Unterhaltungsbranche. Die Entscheidung des Verbandes Game, jegliche Zusammenarbeit mit der AfD auszuschliessen, dürfte auch für kommende Ausgaben der Messe richtungsweisend sein. Es bleibt abzuwarten, wie andere grosse Fachmessen in Deutschland künftig mit ähnlichen gesellschaftspolitischen Fragestellungen umgehen werden.</p>