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Enforce Tac 2026: Kanzler Merz wird Schirmherr in Nürnberg

Nacer BOUSFIHA01. September 20263 Min. Lesezeit
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<p>Ein deutliches Zeichen aus Berlin für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie: Bundeskanzler Friedrich Merz übernimmt die Schirmherrschaft der Enforce Tac 2026 in Nürnberg. Die Messe, die sich selbst als „Zukunftslabor für Europas Sicherheit“ versteht, gewinnt damit politisch spürbar an Gewicht – zu einem Zeitpunkt, an dem sich die internationale Sicherheitslage grundlegend verändert.</p>

<h2>Politische Rückendeckung für die Leitmesse</h2> <p>Wie die NürnbergMesse bekannt gab, findet die Enforce Tac vom 23. bis 25. Februar 2026 auf dem Nürnberger Messegelände statt – erstmals unter der Schirmherrschaft eines amtierenden Bundeskanzlers. Peter Ottmann, Geschäftsführer der NürnbergMesse, ordnet die Entscheidung als strategische Aufwertung ein: „Die Unterstützung des Bundeskanzlers ist für uns Ehre und Ansporn zugleich. Sie bestätigt unseren Kurs, die Messe als führende Plattform für alle sicherheitsrelevanten Bereiche und Akteure weiterzuentwickeln. Der Dialog zwischen Politik, Behörden, Einsatzkräften und Industrie gewinnt mit der Schirmherrschaft neue strategische Tiefe.“</p>

<h3>„Verteidigung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“</h3> <p>Bundeskanzler Merz selbst begründet sein Engagement mit der veränderten Bedrohungslage in Europa: „Wir wollen uns verteidigen können, damit wir uns nicht verteidigen müssen“, so Merz. „Verteidigung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Grundlage für die Resilienz und Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Die Enforce Tac steht für diesen ganzheitlichen Sicherheitsansatz. Ich freue mich daher, die Schirmherrschaft zu übernehmen.“ In seinem Grußwort zur Messe verwies er zudem auf das Leitmotiv „Vernetzte Sicherheit“, das angesichts des vierten Jahrestags des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar von besonderer Aktualität sei. Deutschland und Europa sähen sich „das erste Mal seit Jahrzehnten“ wieder einer unmittelbaren Bedrohung ausgesetzt – auch durch hybride Operationen und Cyberattacken gegen Infrastruktur und Unternehmen.</p>

<h2>Vom Handwerkszeug der Sicherheit zur Innovationsplattform</h2> <p>Die Enforce Tac hat sich in den vergangenen Jahren von einer klassischen Fachmesse für Polizei- und Sicherheitsausrüstung zu einer breiter aufgestellten Plattform für die gesamte Sicherheits- und Verteidigungsbranche entwickelt. Rund 1.200 Aussteller werden erwartet, verteilt auf acht Hallen des Nürnberger Messegeländes. Neben etablierten Größen wie Rheinmetall und Diehl präsentieren sich zunehmend auch junge Unternehmen wie Quantum Systems – ein Hinweis darauf, wie stark sich die Branche in Richtung Innovation und Start-up-Ökosystem verschiebt. Rund 20.000 Fachbesucherinnen und Fachbesucher werden zur kommenden Ausgabe erwartet.</p>

<h3>Cybersicherheit und neue Technologien im Fokus</h3> <p>Inhaltlich rückt die Messe Themen in den Mittelpunkt, die weit über klassische Rüstungstechnik hinausgehen. Angesichts hybrider Angriffe aus Russland auf westliche Gesellschaften gewinnt vor allem die Cybersicherheit an Bedeutung – ein Bereich, der stärker als Polizei- oder Militärtechnik unmittelbar in die gesamte Gesellschaft hineinwirkt. Auf einer Sonderfläche will die Enforce Tac neue Verteidigungstechnologien erlebbar machen und Übungsszenarien simulieren. Zu den präsentierten Innovationsfeldern zählen KI-gestützte Gefechtsunterstützung, Desinformationsanalyse sowie quantensichere Kommunikation. Für Start-ups und Forschungseinrichtungen aus diesen Bereichen bietet die Messe damit auch eine Bühne, um Förderer, Investoren und künftige Partner zu finden.</p>

<h2>Deutschland als „Drehscheibe der NATO“</h2> <p>Flankiert wird die Ausrichtung der Messe durch den sogenannten Operationsplan Deutschland, den die Bundeswehr im Vorfeld vorgestellt hat. Dieser führt zentrale militärische Bestandteile der Landes- und Bündnisverteidigung mit den notwendigen zivilen Unterstützungsleistungen zusammen und unterstreicht die Rolle Deutschlands als logistische Drehscheibe innerhalb der NATO. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Enforce Tac zusätzliche strategische Relevanz: Sie wird zunehmend zum Ort, an dem sich politische Vorgaben und industrielle Realität treffen.</p>

<h2>Fazit und Ausblick</h2> <p>Mit der Schirmherrschaft des Bundeskanzlers setzt die Enforce Tac 2026 ein klares Zeichen für die wachsende politische Bedeutung der Sicherheits- und Verteidigungsbranche in Deutschland. Die Messe positioniert sich damit nicht nur als Handelsplattform, sondern als zentraler Treffpunkt für den Dialog zwischen Politik, Streitkräften, Behörden und Industrie. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen und der zunehmenden Bedeutung von Cybersicherheit dürfte die Enforce Tac auch in den kommenden Jahren an Gewicht gewinnen – als Schaufenster europäischer Sicherheitstechnologie und als Ort, an dem sich gesellschaftliche Resilienz und industrielle Innovationskraft treffen.</p>