DEHOGA-Verbände koordinieren Kurs gegen Bürokratie 2026
<p>Das deutsche Gastgewerbe steht unter Druck: Bürokratie, starre Arbeitszeitregeln und neue gesetzliche Vorgaben belasten Betriebe im ganzen Land. Die DEHOGA-Verbände stimmen sich derzeit intensiv zu diesen Branchenthemen ab und setzen dabei auf gemeinsame Positionen gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Gleichzeitig zeigt die Branche mit Formaten wie dem DEHOGA CUP 2026, dass sie auch Innovation und Nachwuchsförderung aktiv gestaltet.</p>
<h2>Bürokratieabbau als zentrales Anliegen</h2> <p>Im Zentrum der aktuellen Abstimmung zwischen den DEHOGA-Landesverbänden steht der Ruf nach weniger Regulierung. Am 1. Juli 2026 diskutierten beim Mittelstandsdialog <strong>rund 50 Verbände</strong> gemeinsam mit Staatssekretärin Connemann über konkrete Praxischecks zum Bürokratierückbau. Der DEHOGA Bundesverband hat dazu eine eigene Publikation mit Empfehlungen vorgelegt – viele Vorschläge ließen sich laut Verband sofort und ohne zusätzliche Kosten für den Staat umsetzen.</p>
<h3>Registrierkassenpflicht und Pflichtkennzeichnung im Fokus</h3> <p>Konkreten Handlungsbedarf sieht der Verband bei der geplanten Registrierkassenpflicht ab 2027. Der DEHOGA fordert hier <strong>praxistaugliche Ausnahmen, weniger Bürokratie und klare Rechtssicherheit</strong> für die Betriebe. Parallel dazu positioniert sich ein breites Verbändebündnis gegen die geplante Ausweitung der Pflichtkennzeichnung auf den Außer-Haus-Markt und fordert das BMLEH auf, dieses Vorhaben zu streichen. Beide Themen zeigen, wie eng die Verbände inzwischen bei regulatorischen Fragen zusammenarbeiten, um mit einer Stimme gegenüber Bund und Ländern aufzutreten.</p>
<h2>Arbeitszeit und Minijobs: Flexibilität gefordert</h2> <p>Ein weiterer Schwerpunkt der Verbändeabstimmung liegt auf dem Arbeitsrecht. Mit der Kampagne „Mehr Freiheit pro Woche“ setzt sich der DEHOGA für die Ablösung der starren Tageshöchstarbeitszeit durch eine praxisnahe wöchentliche Höchstarbeitszeit im Einklang mit der EU-Arbeitszeitrichtlinie ein. Gleichzeitig hat sich eine breite Verbändeallianz zusammengeschlossen, um den Erhalt der Minijobs in ihrer heutigen Form zu sichern – ohne unverhältnismäßige Verteuerung. Guido Zöllick, Präsident des DEHOGA Bundesverbands, kommentierte die jüngsten politischen Beschlüsse mit vorsichtigem Optimismus: <strong>„Die angekündigten Reformen müssen jetzt kommen. Weniger Bürokratie, gezielte Entlastungen und flexible Arbeitszeiten nach EU-Recht. Deutschland braucht den Aufschwung!“</strong></p>
<h2>DEHOGA CUP 2026 – Bühne für Gründer</h2> <p>Neben der politischen Interessenvertretung investiert der Verband auch in den Branchennachwuchs. Der <strong>DEHOGA CUP 2026</strong> wird als Vorentscheid zum Landeswettbewerb Elevator Pitch BW ausgetragen und findet am <strong>11. Februar 2026 ab 12:00 Uhr</strong> statt. Startups und junge Gründerinnen und Gründer aus dem Gastgewerbe erhalten hier die Möglichkeit, ihre Geschäftsideen vor Fachpublikum zu präsentieren. Solche regionalen Wettbewerbe ergänzen die klassische Verbandsarbeit um einen wichtigen Innovationsimpuls und stärken die Sichtbarkeit neuer Konzepte innerhalb der Branche.</p>
<h2>Hotelklassifizierung im digitalen Zeitalter</h2> <p>Auch etablierte Qualitätsstandards entwickeln sich weiter: Seit dem <strong>1. August 1996</strong> gibt die Deutsche Hotelklassifizierung Gästen Orientierung – die Sterne feiern damit ihr 30-jähriges Bestehen. Künftig soll das System auch in KI-gestützten Such- und Empfehlungssystemen sichtbar sein, um der veränderten Informationssuche von Reisenden gerecht zu werden. Diese Anpassung zeigt, wie die Branche etablierte Instrumente an neue technologische Rahmenbedingungen anpasst, ohne ihre Kernfunktion – verlässliche Orientierung für Gäste – aufzugeben.</p>
<h2>Fazit und Ausblick</h2> <p>Die aktuelle Abstimmung der DEHOGA-Verbände macht deutlich, dass Bürokratieabbau, flexible Arbeitszeiten und praxisnahe Regulierung weiterhin die zentralen Baustellen des Gastgewerbes sind. Gleichzeitig setzt der Verband mit Formaten wie dem DEHOGA CUP 2026 und der Weiterentwicklung der Hotelklassifizierung auch positive, zukunftsgerichtete Signale. Ob die angekündigten politischen Reformen tatsächlich spürbare Entlastungen bringen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen – die Branche bleibt jedenfalls in enger Abstimmung, um ihre Interessen geschlossen zu vertreten.</p>