CMT Stuttgart: Reisemobil-Produktion sinkt um 17 Prozent
<p>Der Trend zum Urlaub auf vier Rädern hält an – doch die deutschen Hersteller von Reisemobilen und Wohnwagen mussten 2025 einen deutlichen Produktionsrückgang verkraften. Auf der Stuttgarter Reisemesse CMT präsentierte der Caravaning Industrie Verband (CIVD) nun aktuelle Zahlen, die zeigen: Die Branche bleibt herausgefordert, aber grundsätzlich stabil.</p>
<h2>Deutliche Rückgänge in der Produktion 2025</h2> <p>Wie der CIVD auf der CMT mitteilte, verließen im vergangenen Jahr insgesamt rund <strong>99.000 Fahrzeuge</strong> die Werkshallen deutscher Hersteller – ein Minus von rund <strong>17 Prozent</strong> gegenüber dem Vorjahr. Davon wurden etwa <strong>42.000 Fahrzeuge exportiert</strong>. Der Rückgang verteilt sich dabei ähnlich stark auf Reisemobile wie auf Wohnwagen.</p> <p>Ergänzend berichtete der Verband später, dass die Zahl der neu zugelassenen Caravans 2025 bei <strong>18.766 Einheiten</strong> lag und damit deutlich unter dem Vorjahreswert – ein Minus von <strong>13,4 Prozent</strong>. Reisemobile hingegen entwickelten sich gegenläufig: Hier lagen die Zulassungen knapp <strong>ein Prozent über dem Vorjahr</strong>. Die beiden Fahrzeugkategorien driften damit zunehmend auseinander.</p>
<h2>CIVD sieht stabile Entwicklung trotz Herausforderungen</h2> <p>CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso ordnete die Zahlen bei der Präsentation auf der CMT ein: Man habe für Hersteller und Händler ein „herausforderndes, aber stabiles“ Jahr erlebt. Innen- und geopolitische Unsicherheiten sowie ein verhaltenes Konsumklima hätten der Branche zugesetzt. Dennoch habe Caravaning nichts von seiner Attraktivität eingebüßt: „Im Gegenteil: Gerade in unsicheren und dynamischen Zeiten gewinnen Aspekte wie Flexibilität, Individualität und Selbstbestimmtheit beim Reisen an Bedeutung“, so Onggowinarso. Der Verband blickt daher vorsichtig optimistisch auf 2026 und sieht die Branche trotz aller Widrigkeiten auf einem guten Weg.</p>
<h3>Wohnwagen unter Druck – auch beim Handel</h3> <p>Branchenkenner führen den überproportionalen Rückgang bei Wohnwagen auch auf strukturelle Ursachen im Handel zurück. So wird berichtet, dass die Marge beim Reisemobil für Händler höher ausfällt, weshalb der klassische Caravan lange vernachlässigt wurde. Auch bei den Herstellern habe sich der Fokus verschoben: Modellvielfalt bei Wohnwagen wurde reduziert, Marketingbudgets flossen verstärkt in motorisierte Fahrzeuge. Ein Vertreter von Dethleffs bestätigte, dass sich die Kommunikation – gerade auf Social Media – stark auf Reisemobile konzentriere und der Wohnwagen dabei zu kurz komme. Gerade für Familien bleibe der Caravan jedoch weiterhin attraktiv.</p>
<h2>Deutschland bleibt Schlüsselmarkt für Caravaning</h2> <p>Trotz der rückläufigen Zahlen bleibt Deutschland die zentrale Produktions- und Exportnation für Freizeitfahrzeuge in Europa. Zu den bekanntesten Herstellern zählen Bürstner, Dethleffs, Fendt Caravan, Hymer und Knaus Tabbert. Auch als Absatzmarkt spielt Deutschland eine herausragende Rolle: Fast die Hälfte aller neuen Reisemobile und Wohnwagen in Europa wurde im vergangenen Jahr hierzulande angemeldet.</p>
<h3>CMT Stuttgart als Branchentreff</h3> <p>Die CMT (Caravan, Motor und Touristik) gilt nach eigenen Angaben als weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit. Besucherinnen und Besucher können dort rund <strong>1.200 Reisemobile</strong> besichtigen. Die Messe läuft noch bis zum 25. Januar und bietet damit einen unmittelbaren Einblick in die aktuelle Modellpalette der Hersteller.</p>
<h2>Ausblick: Caravan Salon 2026 bringt neue Modelle</h2> <p>Für die Branche richtet sich der Blick bereits auf den nächsten großen Termin: Der Caravan Salon 2026 in Düsseldorf, der vom 28. August bis 6. September stattfindet, präsentiert traditionell die Neuheiten für das kommende Modelljahr – in diesem Fall 2027. Erste Ankündigungen deuten auf Weiterentwicklungen statt radikaler Neuerungen hin. Fendt setzt mit seiner NEXT-Baureihe weiterhin auf besonders leichte Wohnwagen mit nur 1.000 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse, die sich für kleinere Zugfahrzeuge und E-Autos eignen. Hobby modernisiert sein Design, Dethleffs konzentriert sich künftig auf weniger, dafür klarer positionierte Baureihen. Bürstner wiederum stellt die Produktion von Wohnwagen ab der Saison 2027 vorerst ein und fokussiert sich künftig auf Reisemobile und Camper Vans. Neu auf dem Caravan Salon sind zudem eigene Ausstellungsbereiche für Dachzelte und Offroad-Fahrzeuge.</p>
<h2>Fazit</h2> <p>Die Zahlen des CIVD zeigen: Der Caravaning-Markt in Deutschland befindet sich im Umbruch. Während Reisemobile ihre Position weitgehend behaupten, geraten klassische Wohnwagen zunehmend unter Druck – sowohl produktions- als auch absatzseitig. Die Branche selbst spricht dennoch von einer stabilisierten Lage und blickt vorsichtig optimistisch auf 2026. Ob sich dieser Trend fortsetzt, dürfte sich spätestens auf dem Caravan Salon 2026 in Düsseldorf zeigen, wenn die Hersteller ihre Modelle für 2027 endgültig präsentieren.</p>