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AUMA-Politikbrief Q4/2026: Messewirtschaft fordert Reformen

Nacer BOUSFIHA28. Oktober 20263 Min. Lesezeit
AUMAMessepolitikMessewirtschaftExportförderungMesseplatz Deutschland

<p>Die deutsche Messewirtschaft gilt seit Jahrzehnten als verlässlicher Wirtschaftsmotor – doch der Wind wird rauer. Mit dem neuen <strong>Messe-Politikbrief Q4/2026</strong> meldet sich der AUMA, der Verband der deutschen Messewirtschaft, deutlich zu Wort und fordert von der Bundesregierung spürbare Reformen. Hintergrund ist der frisch erschienene AUMA-Veranstalter-Ausblick 2026/2027, der ein ernüchterndes Stimmungsbild zeichnet.</p>

<h2>Stimmung unter Messeveranstaltern kippt</h2> <p>Die Zahlen aus dem aktuellen Ausblick sprechen eine deutliche Sprache: <strong>Über 90 Prozent der Messeveranstalter in Deutschland</strong> bewerten die Kostensteigerungen in allen Bereichen des Wirtschaftslebens sowie die wirtschaftliche Lage ausstellender Unternehmen als starke Herausforderung. Nur noch rund <strong>20 Prozent der Messemacher blicken optimistisch</strong> auf die eigene Geschäftsentwicklung, knapp <strong>40 Prozent sind pessimistisch</strong> gestimmt. Das ist bemerkenswert, denn die Messewirtschaft galt lange Zeit als optimistischer als andere Branchen.</p> <p>Trotz dieser Eintrübung bleibt ein Funken Zuversicht: Eine Mehrheit der Befragten traut dem Messeplatz Deutschland weiterhin zu, sich mindestens so gut wie seine internationalen Wettbewerber zu entwickeln. Der AUMA spricht in diesem Zusammenhang von einem „neuerlichen Herbst der Reformen“, in dem wichtige Entscheidungen für Deutschlands wirtschaftliche Zukunft anstehen.</p>

<h2>Drei zentrale Forderungen des AUMA</h2> <p>Der Politikbrief benennt drei konkrete Themenfelder, in denen der Verband politischen Handlungsbedarf sieht:</p> <ul> <li><strong>Weniger Auslandsmesseprogramm, weniger Deutschland in der Welt</strong> – der Verband warnt vor den Folgen einer schwächeren Exportförderung für die internationale Sichtbarkeit deutscher Unternehmen.</li> <li><strong>Messen sind keine öffentlichen Stromanbieter</strong> – ein Verweis auf die Belastung der Branche durch steigende Energiekosten, die Veranstalter zunehmend unter Druck setzen.</li> <li><strong>Ein starker Messeplatz Deutschland stützt die deutsche Außenwirtschaft</strong> – der AUMA betont die volkswirtschaftliche Bedeutung des Messewesens für den Außenhandel.</li> </ul> <p>Konkret fordert der Verband, dass die Bundesregierung ihre Ankündigungen zügig in spürbare Verbesserungen für den Wirtschaftsstandort übersetzt. Dazu zählen laut AUMA sinkende Energie- und Bürokratiekosten, eine bessere Mobilitätsinfrastruktur sowie verbesserte Visumverfahren – Faktoren, die direkten Einfluss auf die Attraktivität des Messestandorts Deutschland für internationale Aussteller und Besucher haben.</p>

<h2>Messewirtschaft als wirtschaftlicher Schwergewicht</h2> <p>Dass der AUMA mit Nachdruck auftritt, hat gute Gründe: Die deutsche Messewirtschaft trägt Jahr für Jahr mit gut <strong>30 Milliarden Euro an wirtschaftlichen Effekten</strong> zum Wohlstand des Landes bei. Bund, Länder und Gemeinden nehmen allein <strong>5,4 Milliarden Euro an Steuern</strong> durch Messen in Deutschland ein. Hinzu kommen laut aktuellen Branchenzahlen rund <strong>280.000 Arbeitsplätze</strong>, die direkt oder indirekt mit dem Messegeschäft verbunden sind. Jährlich zählt der deutsche Messemarkt zudem <strong>13 Millionen Besucherinnen und Besucher</strong> sowie <strong>über 180.000 ausstellende Unternehmen</strong> – Zahlen, die die anhaltend hohe Bedeutung von Messen für Innovation, Austausch und Wirtschaft unterstreichen.</p> <p>Vor diesem Hintergrund argumentiert der Verband, dass ein starker Messeplatz Deutschland nicht nur der Branche selbst, sondern der gesamten deutschen Außenwirtschaft zugutekommt. Internationale Messen fungieren als Schaufenster für Innovationen „Made in Germany“ und als Brücke zu neuen Märkten – eine Funktion, die laut AUMA durch unzureichende politische Rahmenbedingungen zunehmend gefährdet sei.</p>

<h2>Reformwille in Taten umsetzen</h2> <p>Der Titel des Politikbriefs – „Herbst der Reformen – zweiter Versuch: Reformwille in Taten umsetzen“ – macht die Erwartungshaltung des Verbands unmissverständlich klar. Nach Jahren wiederholter Ankündigungen pocht der AUMA nun auf konkrete Umsetzung. Der Verband verweist dabei auch auf frühere Ausgaben seines Politikbriefs, etwa die Forderung aus dem Q1/2026, wonach problemlose Geschäftsreisen eine Grundvoraussetzung für einen starken Messeplatz Deutschland seien.</p>

<h2>Fazit und Ausblick</h2> <p>Der neue Messe-Politikbrief Q4/2026 zeigt: Die deutsche Messewirtschaft bleibt trotz schwieriger Rahmenbedingungen leistungsstark, doch ihre Resilienz ist keine Selbstverständlichkeit. Mit klaren Forderungen zu Exportförderung, Energiekosten und Außenwirtschaft positioniert sich der AUMA als Stimme einer Branche, die wirtschaftlich bedeutsam, aber zunehmend unter Druck ist. Ob die Bundesregierung die geforderten Reformen tatsächlich zeitnah umsetzt, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, wie sich der Messeplatz Deutschland im internationalen Wettbewerb in den kommenden Jahren behauptet. Der Messeherbst 2026 mit zahlreichen Leitmessen wie der Aluminium in Düsseldorf oder der EuroBLECH in Hannover zeigt derweil, dass die Branche trotz aller Herausforderungen weiterhin liefert – nun liegt es an der Politik, die Voraussetzungen für diesen Erfolg langfristig zu sichern.</p>