Analyse

AUMA-Ausblick: Messeveranstalter kämpfen mit Kosten & Nachfrage

Nacer BOUSFIHA28. Oktober 20263 Min. Lesezeit
AUMAMessewirtschaftMesseveranstalterBesucherzahlenDeutschland

<p>Die deutsche Messewirtschaft steht an einem Scheideweg: Während die Besucherzahlen auf hohem Niveau verharren, bereiten steigende Kosten und eine schwächelnde Konjunktur den Veranstaltern zunehmend Sorgen. Der aktuelle AUMA-Veranstalter-Ausblick 2026/2027 zeichnet ein Bild zwischen Zuversicht und wirtschaftlichem Druck.</p>

<h2>AUMA-Veranstalter-Ausblick 2026/2027: Verhaltener Optimismus</h2> <p>Laut dem aktuellen <strong>AUMA-Veranstalter-Ausblick 2026/2027</strong> erwarten <strong>53 Prozent der Befragten</strong>, dass sich deutsche Messen in den kommenden Jahren mindestens so gut entwickeln wie bisher. Diese Zahl zeigt: Die Branche ist nach den herausfordernden Pandemiejahren wieder auf einem stabilen Kurs, auch wenn von ungetrübter Euphorie keine Rede sein kann. Viele Veranstalter blicken mit einer Mischung aus Zuversicht und Vorsicht auf die kommenden Monate, denn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben angespannt.</p>

<h3>Wirtschaftsflaute trifft die Messebranche</h3> <p>Erste Kennzahlen aus dem laufenden Jahr geben Anlass zur Sorge: Nach aktuellen Daten des AUMA sind bei einigen Veranstaltungen sowohl die Ausstellerzahlen als auch die belegte Standfläche rückläufig – ein deutliches Signal dafür, dass die konjunkturelle Schwäche in Deutschland auch vor der Messebranche nicht haltmacht. Der AUMA warnt explizit vor den möglichen Folgen dieser Entwicklung für den Messestandort Deutschland. Gleichzeitig zeigt sich ein interessanter Gegentrend: Die Besucherzahlen steigen in vielen Segmenten weiter an, was auf eine ungebrochene Attraktivität des Messeformats als solches hindeutet, auch wenn Unternehmen bei den Ausstellungskosten zunehmend genauer rechnen.</p>

<h2>Besucherzahlen auf hohem Niveau trotz Herausforderungen</h2> <p>Ein Blick auf die jüngste Vergangenheit untermauert diese Entwicklung: Im Jahr 2024 wurden laut AUMA-Angaben insgesamt rund <strong>11,7 Millionen Besucher</strong> auf Messen in Deutschland gezählt. Diese Zahl belegt eindrucksvoll, dass sich der Markt von den pandemiebedingten Einbrüchen erholt hat und wieder auf einem soliden Niveau angekommen ist. Für die kommenden Jahre gehen Branchenkenner davon aus, dass die Besucherzahlen weiter steigen oder zumindest dieses hohe Niveau halten werden, da zahlreiche Unternehmen wieder verstärkt auf die persönliche Begegnung mit Kunden und Partnern vor Ort setzen.</p> <p>Dabei zeigt sich ein differenziertes Bild zwischen den verschiedenen Messeformaten: Große Publikumsmessen wie die Internationale Grüne Woche in Berlin oder die Gamescom in Köln ziehen traditionell Hunderttausende Besucher an, während Fachmessen je nach Branche oft zwischen zehntausend und mehreren hunderttausend Fachbesuchern verzeichnen. Diese Bandbreite macht deutlich, wie vielfältig die deutsche Messelandschaft aufgestellt ist – von spezialisierten B2B-Formaten bis hin zu großen Publikumsevents.</p>

<h2>Live-Messen bleiben unverzichtbar im Marketing-Mix</h2> <p>Trotz fortschreitender Digitalisierung und der zunehmenden Bedeutung virtueller Formate zeigen aktuelle Umfragen ein klares Ergebnis: Live-Messen sind nach wie vor stark gefragt und behalten einen hohen Stellenwert im Marketing-Mix der Unternehmen. Diese Erkenntnis ist für die gesamte Branche von zentraler Bedeutung, denn sie bestätigt, dass die physische Präsenz und der persönliche Austausch auf Messen durch digitale Alternativen nicht ersetzt werden können. Gerade in Zeiten, in denen Unternehmen ihre Marketingbudgets kritisch hinterfragen, scheint die Investition in Messeauftritte weiterhin als sinnvoll erachtet zu werden.</p> <p>Das kommende Messejahr 2026 bietet dafür zahlreiche Gelegenheiten: Von der EuroShop in Düsseldorf über die Hannover Messe bis hin zur IFA in Berlin stehen zahlreiche Leitmessen auf dem Kalender, die als Gradmesser für die Branchenentwicklung dienen werden. Besonders die großen Industriemessen wie die Hannover Messe oder die IFAT in München gelten traditionell als Seismografen für die wirtschaftliche Stimmungslage im Land.</p>

<h2>Fazit: Zwischen Kostendruck und Zukunftschancen</h2> <p>Die deutsche Messebranche befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Einerseits belasten steigende Kosten und die allgemeine Konjunkturschwäche die Veranstalter spürbar, wie die rückläufigen Aussteller- und Flächenzahlen in Teilen der Branche zeigen. Andererseits bleibt die grundsätzliche Nachfrage nach dem persönlichen Erlebnis Messe ungebrochen hoch, was sich in stabilen bis steigenden Besucherzahlen widerspiegelt. Der AUMA-Veranstalter-Ausblick 2026/2027 macht deutlich, dass die Branche mit vorsichtigem, aber begründetem Optimismus in die Zukunft blickt. Entscheidend wird sein, wie Veranstalter und Aussteller gleichermaßen auf die gestiegenen Kosten reagieren und ob es gelingt, das Format Messe auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten als unverzichtbaren Bestandteil des Marketing-Mix zu positionieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich der vorsichtige Optimismus der Branche bestätigt.</p>